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Elternteilzeit

Die Elternzeit scheint zunächst eine klare Situation zu sein. Die Praxis zeigt jedoch, dass sie durchaus ihre Tücken hat und dass die gesetzlichen Regelungen des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes Lücken aufweisen. Bestimmte Situationen hat der Gesetzgeber nämlich nicht eindeutig geregelt.

Immer wieder stehen Betroffenen folgenden Fragen gegenüber:

1. Ich habe zunächst zwei Jahre Elternzeit genommen, was wird aus dem dritten Jahr Elternzeit?

Das dritte Jahr Elternzeit geht auf keinen Fall verloren. Es kann wahlweise direkt im Anschluss an die ersten beiden Jahre oder zu einem späteren Zeitpunkt bis zur Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes genommen werden.

2. Brauche ich die Zustimmung des Arbeitgebers für die Inanspruchnahme der Elternzeit?

Es handelt sich um einen gesetzlichen Anspruch, der mir zusteht und grundsätzlich von keiner Zustimmung abhängt. Etwas anderes gilt bei Verlängerung der Elternzeit oder einer Inanspruchnahme eines Teils der Elternzeit zu einem späteren Zeitpunkt. Hier muss genau geprüft werden, wann die Zustimmung des Arbeitgebers u. U. erforderlich ist. In jeden Fall bedarf es der Zustimmung des Arbeitgebers, wenn das dritte Jahr Elternzeit nach Vollendung des dritten Lebensjahres genommen werden soll. (Anderes gilt bei Adoptivkindern oder Mehrlingsgeburten.

3. Habe ich einen Anspruch auf Teilzeitarbeit bei Rückkehr an meinen Arbeitsplatz?

Es gibt einen Anspruch auf Teilzeitarbeit nach Teilzeit- und Befristungsgesetz und einen nach Bundeselterngelt- und Elternzeitgesetz. Letzterer ist privilegiert und der Arbeitgeber müsste sehr erhebliche Gründe vorbringen um diesen ablehnen zu können. Es müssen nämlich "dringende betriebliche Gründe" dafür vorliegen.

Es empfiehlt sich daher den Anspruch auf Teilzeitarbeit noch während der Elternzeit geltend zu machen, so dass sich der Teilzeitarbeitsplatz bis zum Ende der Elternzeit etablieren kann.

Die meisten Arbeitgeber gehen mit dem Thema Elternzeit korrekt und großzügig um und versuchen im Einvernehmen mit der Arbeitnehmerin eine machbare Lösung zu finden, auch was das Thema Teilzeitarbeit während der Elternzeit angeht.

Sollte es dennoch darüber zu einer Auseinandersetzung kommen, dann ist anwaltliche Unterstützung geboten. Die Elternzeit gibt Arbeitnehmern eine starke Rechtsposition, auf deren Verzicht man sich nicht leichtfertig einlassen sollte. Es besteht während der Elternzeit auch Sonderkündigungsschutz.

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